Auswertungspositionem rund um das Wandeln von Vorgängen
Regeln mit einer der Wandeln-Auswertungspositionen greifen beim Umwandeln eines Vorgangs in einen anderen Vorgangstyp — z. B. Angebot → Auftrag oder Lieferschein → Rechnung. Diese Seite beschreibt alle drei Auswertungspositionen des Wandeln-Zyklus sowie die jeweils verfügbaren Anweisungsarten und Besonderheiten.
Wo konfiguriere ich das in der Software?
PARAMETER - (Auswahl des Regel-Bereichs) - REGELN - Schaltfläche: NEU
Übersicht der Auswertungspositionen
| Auswertungsposition | Zeitpunkt | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Zum Vorbelegen der Vorgangsart (im Wandelnformular) | Das Wandelnformular wird geöffnet | Ziel-Vorgangsart automatisch vorselektieren |
| Vor dem Wandeln | Unmittelbar vor dem Durchführen des Wandelns | Prüfungen, Pflichtfeldbelegung, Abbruch per Meldung |
| Nach dem Wandeln | Unmittelbar nach dem Durchführen des Wandelns | Folgeaktionen, Felder im Zielvorgang befüllen, externe Systeme benachrichtigen |
Kopplung an den Buchungsparameter
Damit Regeln mit Wandeln-Auswertungspositionen ausgeführt werden, muss im zugehörigen Buchungsparameter das Kennzeichen "Regeln für Wandeln abarbeiten" aktiviert sein. Ohne diese Aktivierung werden die Regeln ignoriert. → Buchungsparameter-Kopplung aktivieren
Auswertungsposition: Zum Vorbelegen der Vorgangsart (im Wandelnformular)
Diese Auswertungsposition wird ausgewertet, wenn der Anwender das Wandelnformular öffnet. Regeln können hier die Ziel-Vorgangsart in Abhängigkeit von Feldern des Quellvorgangs automatisch vorbelegen, so dass der Anwender nur noch bestätigen muss.
Verfügbare Anweisungsarten
| Anweisungsart | Verfügbar | Hinweis |
|---|---|---|
| Feldzuweisung – Vorgabewert | Setzt die Ziel-Vorgangsart auf einen festen Wert | |
| Feldzuweisung – Formel | Ermittelt die Ziel-Vorgangsart dynamisch über eine Formel | |
| Feldzuweisung – Feldwert löschen | Leert das Vorgangsart-Feld (Auswahl bleibt offen) | |
| Meldung / Abfrage | Hinweis oder Rückfrage beim Öffnen des Formulars | |
| Farbdarstellung | An dieser Position nicht verfügbar | |
| HTTP-Befehl senden | An dieser Position nicht verfügbar | |
| Programm / Datei / Link ausführen | An dieser Position nicht verfügbar |
Besonderheiten
Vorbelegen vs. Sperren
Das Vorbelegen ersetzt keine Validierung. Der Anwender kann die vorgeschlagene Vorgangsart im Wandelnformular weiterhin ändern. Soll ein Wandeln in bestimmte Vorgangsarten verhindert werden, kombinieren Sie diese Auswertungsposition mit "Vor dem Wandeln" und einer Meldung/Abfrage-Anweisung.
Auswertungsposition: Vor dem Wandeln
Regeln mit dieser Auswertungsposition laufen unmittelbar bevor der Wandel-Vorgang technisch ausgeführt wird. Der Quellvorgang ist in diesem Moment noch unverändert les- und auswertbar. Schlägt eine Prüfung fehl, kann das Wandeln durch eine Meldung mit Abbruch verhindert werden.
Verfügbare Anweisungsarten
| Anweisungsart | Verfügbar | Hinweis |
|---|---|---|
| Feldzuweisung – Vorgabewert | Felder im Quellvorgang vor dem Wandeln setzen | |
| Feldzuweisung – Formel | Felder über Formel berechnen und setzen | |
| Feldzuweisung – Feldwert löschen | Felder im Quellvorgang leeren | |
| Meldung / Abfrage | Prüfung mit Möglichkeit, den Wandel abzubrechen | |
| Farbdarstellung | An dieser Position nicht verfügbar | |
| HTTP-Befehl senden | An dieser Position nicht verfügbar | |
| Programm / Datei / Link ausführen | An dieser Position nicht verfügbar |
Besonderheiten
Beachten Sie
Feldzuweisungen vor dem Wandeln: Feldzuweisungen an dieser Position schreiben in den Quellvorgang, nicht in den noch nicht existierenden Zielvorgang. Änderungen sind dauerhaft und werden gespeichert, auch wenn das Wandeln anschließend durch eine Meldung abgebrochen wird. Prüfen Sie die Reihenfolge Ihrer Regelanweisungen sorgfältig.
Steuerfelder für den Regelfluss
Nutzen Sie "Keine weiteren Regelanweisungen auswerten" und "Keine weiteren Regeln auswerten", um nach einer Abbruchbedingung keine weiteren Anweisungen auszuführen. → Verzweigte Bedingungen
Auswertungsposition: Nach dem Wandeln
Diese Auswertungsposition greift unmittelbar nach dem erfolgreichen Abschluss des Wandelns. Der Zielvorgang ist bereits angelegt und seine Felder sind les- und beschreibbar. Typische Anwendungsfälle sind das Nachbefüllen von Selektionsfeldern, das Auslösen externer Aktionen (HTTP-POST) oder das Starten von Folgeprozessen.
Verfügbare Anweisungsarten
| Anweisungsart | Verfügbar | Hinweis |
|---|---|---|
| Feldzuweisung – Vorgabewert | Felder im Zielvorgang setzen | |
| Feldzuweisung – Formel | Felder über Formel dynamisch berechnen und setzen | |
| Feldzuweisung – Feldwert löschen | Felder im Zielvorgang leeren | |
| Meldung / Abfrage | Information oder Bestätigung nach dem Wandeln einblenden | |
| HTTP-Befehl senden | POST-Anfrage an eine externe URL senden | |
| Programm / Datei / Link ausführen | Externes Programm, Datei oder Link starten | |
| Farbdarstellung | An dieser Position nicht verfügbar |
Besonderheiten
Zugriff auf Quell- und Zielvorgang
Nach dem Wandeln sind über Formeln sowohl Felder des Zielvorgangs (direkt adressierbar) als auch — über spezielle Formelfunktionen — Felder des Quellvorgangs auswertbar. Prüfen Sie die verfügbaren Funktionen im Formeleditor.
HTTP-Befehl nach dem Wandeln
Der HTTP-POST-Befehl steht erst ab der Auswertungsposition "Nach dem Wandeln" zur Verfügung, nicht vorher. Wenn ein externes System über einen Wandelvorgang informiert werden soll, ist dies die korrekte Auswertungsposition. → HTTP-Befehl senden
Steuerfelder für alle Wandeln-Auswertungspositionen
Die folgenden Felder stehen in jeder Regelanweisung zur Verfügung und steuern den weiteren Ablauf der Regelauswertung:
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Keine weiteren Regelanweisungen auswerten | Nach Ausführung dieser Anweisung werden keine weiteren Anweisungen derselben Regel geprüft. |
| Keine weiteren Regeln auswerten | Nach Ausführung dieser Anweisung werden keine weiteren Regeln für diese Auswertungsposition geprüft. |
| Nur ausführen, wenn zuvor keine Regelanweisung ausgeführt wurde | Diese Anweisung wirkt als Fallback: Sie greift nur, wenn bisher keine Anweisung in diesem Regelauswertungslauf ausgeführt wurde. |
Reihenfolge der Regeln
Regeln werden in der hinterlegten Reihenfolge abgearbeitet. Nutzen Sie die Steuerfelder gezielt, um performante und konfliktfreie Regelketten aufzubauen. → Verzweigte Bedingungen
Typische Kombinationen
Ziel-Vorgangsart abhängig vom Kundentyp vorbelegen
Ziel: Beim Wandeln eines Angebots soll für Firmenkunden automatisch "Auftrag Firma" und für Privatkunden "Auftrag Privat" vorgeschlagen werden.
Aufbau:
- Regel 1 – Auswertungsposition:
Zum Vorbelegen der Vorgangsart- Bedingung: Feld
Kundentyp=Firma - Anweisung: Feldzuweisung Vorgangsart =
Auftrag Firma - Kennzeichen: "Keine weiteren Regeln auswerten" aktiv
- Bedingung: Feld
- Regel 2 – Auswertungsposition:
Zum Vorbelegen der Vorgangsart- Bedingung: Feld
Kundentyp=Privat - Anweisung: Feldzuweisung Vorgangsart =
Auftrag Privat
- Bedingung: Feld
Wandeln verhindern, wenn ein Pflichtfeld leer ist
Ziel: Ein Wandeln soll abgebrochen werden, wenn das Selektionsfeld Freigabe nicht gesetzt ist.
Aufbau:
- Regel – Auswertungsposition:
Vor dem Wandeln- Bedingung: Feld
Freigabeist leer - Anweisung: Meldung/Abfrage mit Abbruch
- Kennzeichen: "Keine weiteren Regeln auswerten" aktiv
- Bedingung: Feld
Nach dem Wandeln ein externes System per HTTP-POST benachrichtigen
Ziel: Nach erfolgreichem Wandeln soll ein Webhook-Endpunkt mit der neuen Vorgangsnummer aufgerufen werden.
Aufbau:
- Regel – Auswertungsposition:
Nach dem Wandeln- Bedingung: (keine, immer ausführen)
- Anweisung: HTTP-Befehl senden, URL = Webhook-Endpunkt, Nutzdaten über Formel aufgebaut
Detailliertes Beispiel: HTTP-Befehl senden
Abweichendes Wandeln
Für das abweichende Wandeln legen Sie Regeln mit einer speziellen Auswertungsposition an. Damit eine Regel tatsächlich greift, müssen Sie sie anschließend im Buchungsparameter der jeweiligen Vorgangsart aktivieren. Dieser Abschnitt erklärt den Zusammenhang und beschreibt die vier Bereiche samt verfügbaren Anweisungsarten.
So hängt es zusammen
- Sie erfassen die Regel unter PARAMETER - (Bereich) - REGELN bzw. REGELN FÜR POSITIONEN und wählen eine Auswertungsposition für das abweichende Wandeln.
- Die Regel steht danach in allen Buchungsparametern auf dem Register "Regeln für das abweichende Wandeln" zur Verfügung.
- Dort aktivieren Sie die Regel per Kennzeichen für jede Vorgangsart einzeln im zugeordneten Buchungsparameter.
Beachten Sie
Regel angelegt, aber nicht aktiv Eine Regel wird nur für die Vorgangsarten ausgeführt, in deren Buchungsparameter Sie das Kennzeichen gesetzt haben. Ohne Aktivierung greift die Regel nicht, auch wenn sie korrekt angelegt ist.
Wo aktiviere ich die Regel in der Software?
START - PARAMETER - VORGÄNGE & ZWISCHENBELEGE - BUCHUNGSPARAMETER > gewünschten Buchungsparameter zum Ändern öffnen > Register: "Regeln für das abweichende Wandeln"
Wandeln und abweichendes Wandeln unterscheiden
Der Buchungsparameter hat für beide Wege ein eigenes Register mit Regelliste zum Abhaken. Die Regeln selbst sind dieselben, die Aktivierung ist aber getrennt.
| Wandeln | Abweichendes Wandeln | |
|---|---|---|
| Register mit den Regeln | Regeln für das Wandeln | Regeln für das abweichende Wandeln |
| Aktivierung | pro Vorgangsart per Kennzeichen | pro Vorgangsart per Kennzeichen |
| Auswertungspositionen | siehe oben auf dieser Seite | die vier Bereiche unten |
Getrennt aktivieren
Eine Regel, die Sie für das Wandeln aktiviert haben, ist damit nicht automatisch für das abweichende Wandeln aktiv, und umgekehrt.
Übersicht der Bereiche
Das Register gliedert die Regeln in vier Bereiche:
| Nr. | Bereich im Register | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| 1 | Regeln für Vorgangspositionen im Quellvorgang | Nach dem Übernehmen |
| 2 | Regeln für Vorgangspositionen im Zielvorgang | Nach dem Übernehmen |
| 3 | Regeln für Vorgangspositionen im Zielvorgang | Nach dem Wandeln |
| 4 | Regeln für Zielvorgang | Nach dem Wandeln |
Bereich 1: Positionen im Quellvorgang (nach dem Übernehmen)
Anweisungsarten: Feldzuweisungen, Position einfügen, Position anhängen, Position kopieren, Position löschen, Diagnose-Eintrag im Ereignis-Protokoll erzeugen.
Bereich 2: Positionen im Zielvorgang (nach dem Übernehmen)
Anweisungsarten: wie Bereich 1.
Bereich 3: Positionen im Zielvorgang (nach dem Wandeln)
Anweisungsarten: Feldzuweisungen, Funktionsanweisung (z. B. "Stücklisten aufrollen", "Nicht-Artikelpositionen löschen"), Diagnose-Eintrag im Ereignis-Protokoll erzeugen.
Bereich 4: Zielvorgang (nach dem Wandeln)
Anweisungsarten: Meldung / Abfrage, Eintrag im Kalender erzeugen, Datensatz exportieren, Datensatz ausgeben (Druck, wenn möglich E-Mail), Funktionsanweisung ("Vorgang buchen" bzw. "Vorgang stornieren"), Programm / Datei / Link ausführen, HTTP-POST-Befehl senden.



