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Sammel-Kommissionierung

Die Sammel-Kommissionierung ist die flexibelste der drei Kommissionierstrategien. Sie ermöglicht es, Belege nach frei definierbaren Kriterien zu filtern und zu gemeinsamen Picklisten zusammenzufassen.

Funktionsweise

Bei der Sammel-Kommissionierung bestimmen Sie selbst, nach welchen Kriterien Belege zu Picklisten gebündelt werden. Die Filterung erfolgt über Formeln (Bedingungen), die individuell in der Strategie hinterlegt werden. Mögliche Filterkriterien sind beispielsweise:

  • Versandart (z. B. alle DHL-Standard-Sendungen auf eine Pickliste)
  • Artikelnummer (z. B. alle Belege mit einem bestimmten Artikel)
  • Lagerhalle oder Lagerort
  • Selektionsfelder (z. B. Sperrgut, hochwertige Artikel)

Die Sammel-Kommissionierung deckt damit alle Szenarien ab, die nicht durch die auftragsbezogene Kommissionierung oder die Einposten-Kommissionierung erfasst werden. In der Praxis wird sie häufig als "Auffang-Strategie" auf der niedrigsten Priorität eingesetzt, um alle verbleibenden Belege zu erfassen – sie kann aber auch gezielt mit Bedingungen eingesetzt werden.

Einrichtung

  1. Erstellen Sie in den Parametern unter Kommissionierstrategien eine neue Strategie
  2. Wählen Sie als Kommissionierart den Eintrag: Sammel-Kommissionierung
  3. Vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen, z. B. "Sammel-Kommissionierung DHL Standard" oder "Sammel-Kommissionierung Rest"
  4. Hinterlegen Sie bei Bedarf eine Bedingung mit Formel (siehe Bedingung mit Formel)
  5. Aktivieren Sie die Strategie (Benutzt-Kennzeichen) und verlassen Sie die Maske und Parameter mit "Speichern & schließen"

Register: Auswahl und Eingrenzungen

Die Beschreibung der Register Auswahl, Eingrenzungen und Kommissionierungs-Beleg – einschließlich der Übersicht, welche Felder bei welcher Kommissionierart verfügbar sind – finden Sie auf der Hauptseite: Kommissionierstrategien. Die Sammel-Kommissionierung bietet dabei den größten Funktionsumfang: Alle Felder beider Register stehen zur Verfügung.

Einsatzbeispiele

Als Auffang-Strategie

Eine Sammel-Kommissionierung ohne Bedingung auf der niedrigsten Priorität erfasst alle Belege, die von keiner anderen Strategie zugeordnet wurden. So stellen Sie sicher, dass kein Beleg "übrig bleibt".

Mit Bedingung nach Versandart

Über eine Formel lässt sich z. B. festlegen, dass nur Belege mit der Versandart "DHL Standard" zusammengefasst werden. So können Sie separate Picklisten pro Versanddienstleister erzeugen. Die Einrichtung der Formeln wird auf der Seite Bedingung mit Formel ausführlich beschrieben.

Mit Bedingung nach Selektionsfeld

Über Selektionsfelder (z. B. "Ist Sperrgut") können Belege nach individuellen Artikeleigenschaften gefiltert werden. Auch dies wird auf der Seite Bedingung mit Formel anhand von Praxisbeispielen erläutert.


So entsteht aus den Belegen eine Sammelpickliste

Wenn Sie über den Assistenten der Logistik-Positionen die Picklisten erzeugen, läuft im Hintergrund folgender Ablauf:

  1. Beleg-Auswahl – Das System prüft je Beleg, ob die Vorgaben aus dem Register Auswahl erfüllt sind (Priorität, Bedingungen, Anzahl Positionen). Nur Belege, die alle Kriterien erfüllen, kommen in Frage.
  2. Bündelung – Die in Frage kommenden Positionen werden zusammengefasst. Ist eine Formel für Gleichheitsdefinition hinterlegt, werden nur Positionen mit identischem Formel-Ergebnis in dieselbe Sammelpickliste übernommen.
  3. Eingrenzung – Solange die Maximal-Werte (Beleganzahl, Beleg-Positionen, Buchungsmenge, Gewicht) nicht überschritten sind, wandern weitere Belege auf die Sammelpickliste. Ist eine Grenze erreicht, wird eine neue Sammelpickliste eröffnet.
  4. Mindestmengen-Prüfung – Eine Sammelpickliste wird nur ausgegeben, wenn alle Minimal-Werte erfüllt sind. Andernfalls werden die Positionen wieder freigegeben und stehen weiteren Strategien zur Verfügung.

Tipp

Eigene Vorgangsart anlegen

Legen Sie für die Sammel-Kommissionierung eine eigene Vorgangsart "Sammelpickliste" an, damit Sie die so erzeugten Belege sauber von einzelnen Picklisten unterscheiden und passend bedrucken können. Die Vorgangsart wird im Register Kommissionierungs-Beleg zugeordnet (siehe Kommissionierstrategien).


Verarbeitung am Lagerarbeitsplatz

Die Sammel-Kommissionierung unterscheidet sich am Lagerarbeitsplatz deutlich von der auftragsbezogenen Kommissionierung: Während bei der Einzelkommissionierung pro Pickliste nur ein Vorgang bearbeitet wird, enthält eine Sammelpickliste Positionen aus mehreren Vorgängen.

Der grundsätzliche Ablauf:

  1. Die Sammelpickliste wird am Lagerarbeitsplatz gescannt oder manuell aufgerufen
  2. Alle Positionen aus den verschiedenen Vorgängen werden auf der Pickliste geführt – der Picker kommissioniert sie in einem Laufweg
  3. Am Packplatz müssen die Artikel den jeweiligen Vorgängen (Sendungen) zugeordnet werden
  4. Pro abgeschlossenem Vorgang wird ein eigenes Versandetikett erzeugt

Da mehrere Vorgänge auf einer Pickliste liegen, ist die Darstellung im Lagerarbeitsplatz eine andere als bei der Einzelkommissionierung. Der Arbeitsplatz führt durch die einzelnen Vorgänge und unterstützt bei der Zuordnung der Artikel zu den jeweiligen Sendungen.