Felder im Vorgangspositionen: Ressource - Rüstzeit - Arbeitszeit sowie Einheit
Lohn- und Fremdleistungsartikel: Anlage im Vorfeld
Die Artikelarten: "Lohnartikel (Dienstleistung)" und "Fremdleistungsartikel" werden in der Stückliste des Fertigungsartikels als Arbeitsgänge benötigt. Diese Artikelarten werden genutzt, um im Haus erbrachte Leistungen sowie Fremdleistungen berechnen zu können. Die abzurechnende Einheit sowie der Verkaufspreis wird wie gewohnt in den Artikelstammdaten konfiguriert.
Info:
Weitere Informationen zu den Artikelarten und zur Erfassung von Einheit und Verkaufspreis:
Bestandsvorschau - Korrekte Mengenberechnung bei Stücklisten
Die Bestandsvorschau zeigt Ihnen den aktuellen Lagerbestand sowie zu erwartende Zu- und Abgänge. Bei der Arbeit mit Stücklisten und Produktionsaufträgen ist es wichtig, dass die Mengen korrekt berechnet werden, damit nicht derselbe Artikel mehrfach als Bedarf ausgewiesen wird.
Problemstellung
Wenn Sie mit mehrstufigen Stücklisten arbeiten, kann es vorkommen, dass ein Artikel in mehreren Produktionsebenen benötigt wird. Ohne korrekte Einstellungen würde dieser Artikel für jede Produktionsebene separat als Bedarf ausgewiesen – obwohl er tatsächlich nur einmal benötigt wird.
Beispiel:
- Material "Holz" wird in PA "Tischplatte" benötigt
- "Tischplatte" wird in PA "Esstisch" benötigt
Ohne korrekte Einstellung würde "Holz" sowohl für den PA "Tischplatte" als auch für den PA "Esstisch" als Bedarf ausgewiesen, obwohl es nur einmal tatsächlich verbraucht wird
Grundlagen der Bestandsvorschau-Parameter
Die Bestandsvorschau verwendet zwei zentrale Kennzeichen, um zu bestimmen, wie Artikel behandelt werden:
"Ist Stückliste"
Ist gesetzt, wenn die Art des Artikels "Artikel mit Stückliste (Leistung)" ist.
"Ist Fertigungsartikel"
Ist gesetzt, wenn das Fertigungskennzeichen der Stückliste gesetzt ist. Wenn dieses Kennzeichen gesetzt ist, wird die Stückliste nicht aufgelöst betrachtet.
Wichtig
Die Einstellungen in den Parametern regeln, welche Vorgänge der Gruppe "Bestellung vom Kunden" in der Bestandsvorschau angezeigt werden. Vorgänge anderer Gruppen (z.B. Bestelleingang) werden immer angezeigt.
Vorbelegung (Standard-Verhalten)
Wenn keine besonderen Parameter-Einstellungen getroffen sind, gilt folgendes Standard-Verhalten:
Bestandsvorschau aus Artikel-Stammdaten
- Lager: Es wird das Standardlager verwendet
- Verhalten: Es werden nur die Vorgangspositionen aufgeführt, die den gleichen Zustand des Kennzeichens "Ist Fertigungsartikel" tragen wie der Artikel in den Stammdaten
Beispiele:
| Artikel | In Stammdaten | Im Vorgang | Wird angezeigt? |
|---|---|---|---|
| Esstisch (Fertigungsartikel) | Fertigungskz. gesetzt | BK: Fertigungskz. gesetzt | Ja |
| Esstisch (Fertigungsartikel) | Fertigungskz. gesetzt | PA: Stückliste aufgerollt (kein Fertigungskz.) | Nein |
| Schreibset (keine Fertigung) | Fertigungskz. nicht gesetzt | BK: Fertigungskz. nicht gesetzt | Ja |
Bestandsvorschau aus Vorgangspositionen
- Lager: Es wird das Aus-Lager verwendet, wenn leer das Nach-Lager, wenn leer das Stammlager
- Verhalten: Es werden nur die Vorgangspositionen aufgeführt, die den gleichen Zustand des Kennzeichens "Ist Fertigungsartikel" in den Positionen tragen wie in der markierten Position
Besonderheit bei Stücklistenpositionen:
Positionen einer Stückliste werden nur dann aufgeführt, wenn der Stücklistenkopf im zugehörigen Vorgang das Fertigungskennzeichen nicht trägt. Dies gilt für beliebig viele Unterebenen.
Beispiel:
- Artikel "Holz" ist Position in Stückliste "Tischplatte"
- Wenn "Tischplatte" im PA das Fertigungskennzeichen hat → "Holz" wird nicht in der Bestandsvorschau berücksichtigt
- Wenn "Tischplatte" im PA kein Fertigungskennzeichen hat → "Holz" wird in der Bestandsvorschau berücksichtigt
Parameter-Einstellungen im Detail
Die folgenden drei Parameter-Einstellungen finden Sie unter Parameter - Artikel - Bestandsvorschau.
1. Stücklisten unabhängig vom Fertigungskennzeichen immer ausweisen
Kennzeichen NICHT gesetzt (Standard)
Es gilt das Standard-Verhalten wie unter "Vorbelegung" beschrieben. Das Fertigungskennzeichen wird beim Vergleich berücksichtigt.
-
Anwendungsfall: Sie arbeiten mit Fertigungsartikeln und möchten, dass nur die tatsächlich benötigten Artikel in der Bestandsvorschau erscheinen.
-
Empfehlung für produzierende Unternehmen: Haken nicht setzen.
Kennzeichen GESETZT
Das Verhalten zum Vergleichen des Fertigungskennzeichens wird ignoriert. Stücklistenköpfe werden unabhängig vom Fertigungskennzeichen immer in der Bestandsvorschau gelistet.
-
Auswirkung: Ein Artikel "Esstisch" mit Fertigungskennzeichen wird sowohl in der BK (mit Fertigungskz.) als auch im PA (ohne Fertigungskz., aufgerollt) angezeigt. Ein Artikel "Tischplatte" wird sowohl in der BK als auch in allen PAs angezeigt, unabhängig vom Fertigungskennzeichen.
-
Anwendungsfall: Sie möchten einen vollständigen Überblick über alle Vorkommen eines Artikels haben, unabhängig vom Fertigungsstatus.
2. Bei Stücklisten in Vorgangspositionen immer Artikel-Stammdaten beachten
Kennzeichen NICHT gesetzt (Standard)
Die Bestandsvorschau verwendet die Informationen aus den Vorgangspositionen selbst. Wenn Sie in einem Vorgang das Fertigungskennzeichen manuell entfernt oder eine Stückliste aufgelöst haben, wird diese geänderte Information für die Bestandsvorschau verwendet.
Beispiel:
- Artikel "Esstisch" hat in Stammdaten Fertigungskennzeichen
- Im PA "Esstisch" wurde die Stückliste aufgerollt (kein Fertigungskennzeichen mehr)
- Wenn Sie die Bestandsvorschau aus der Position "Esstisch" im PA öffnen, sehen Sie andere Vorgänge als wenn Sie sie aus den Stammdaten öffnen
Vorteil: Manuelle Anpassungen in Vorgängen werden in der Bestandsvorschau berücksichtigt.
Kennzeichen GESETZT
Die Bestandsvorschau aus Vorgangspositionen ist immer identisch mit der Bestandsvorschau aus Artikel-Stammdaten. Das Verhalten zum Vergleichen des Fertigungskennzeichens aus der Position mit anderen Positionen wird ignoriert.
-
Auswirkung: Artikel "Esstisch" zeigt in der Bestandsvorschau immer dieselben Vorgänge an, egal ob Sie die Bestandsvorschau aus den Stammdaten oder aus einer Vorgangsposition aufrufen. Das Fertigungskennzeichen aus den Stammdaten ist maßgeblich.
-
Vorteil: Konsistente Darstellung unabhängig davon, von wo aus die Bestandsvorschau aufgerufen wird.
-
Empfehlung für produzierende Unternehmen: Haken setzen, damit die Bestandsvorschau über Vorgänge dasselbe Ergebnis liefert wie die Bestandsvorschau über die Artikelstammdaten.
3. Bei Artikel in Stücklisten, Fertigungskennzeichen der Stückliste beachten
Dieses Kennzeichen hat zwei Optionen:
Kennzeichen NICHT gesetzt (Standard)
Es gilt das Standard-Verhalten wie unter "Vorbelegung" beschrieben.
Option: "Positionsvorgaben und nachfolgend Artikel-Stammdaten beachten"
Verhalten für Positionen einer Stückliste:
Vorgangspositionen, die Stücklisten sind, werden nur dann aufgeführt, wenn sie den gleichen Zustand des Kennzeichens "Ist Fertigungsartikel" tragen wie in der markierten Position.
Auswirkung auf mehrstufige Stücklisten:
Jede Ebene wird für sich betrachtet. Artikel in Unter-Stücklisten werden nur dann berücksichtigt, wenn der direkte Stücklistenkopf kein Fertigungskennzeichen hat.
Beispiel "Holz" in mehrstufiger Stückliste:
- PA "Tischplatte" (ohne Fertigungskz.) → "Holz" wird angezeigt
- PA "Lineal" (ohne Fertigungskz.) → "Holz" wird angezeigt
- PA "Esstisch" (ohne Fertigungskz.) → "Tischplatte" (in Stammdaten mit Fertigungskz.) → "Holz" wird nicht angezeigt
- BK "Schreibset" (ohne Fertigungskz.) → "Lineal" (in Stammdaten mit Fertigungskz.) → "Holz" wird nicht angezeigt
Vorteil: Verhindert, dass Materialien aus Unter-Stücklisten mehrfach ausgewiesen werden, wenn die Unter-Stückliste selbst ein Fertigungsartikel ist.
Option: "Nur Kennzeichen aus Artikel-Stammdaten beachten"
Verhalten für Positionen einer Stückliste: Vorgangspositionen, die Stücklistenpositionen sind, werden nur dann aufgeführt, wenn das Fertigungskennzeichen des Kopfes den gleichen Zustand wie in den Stammdaten trägt.
Auswirkung:
Stücklistenpositionen werden nur berücksichtigt, wenn der Stücklistenkopf sowohl im Vorgang als auch in den Stammdaten das gleiche Fertigungskennzeichen hat.
Beispiele:
- "Esstisch" hat in Stammdaten Fertigungskennzeichen gesetzt
- Im PA "Esstisch" wurde Stückliste aufgerollt (kein Fertigungskennzeichen)
- Die Position "Tischplatte" wird nicht in der Bestandsvorschau berücksichtigt
- Die Position "Schraubenpaket" wird nicht in der Bestandsvorschau berücksichtigt
Vorteil: Stellt sicher, dass bei Fertigungsartikeln die Einzelpositionen nicht fälschlicherweise als Bedarf ausgewiesen werden.
Empfehlung für produzierende Unternehmen: Haken setzen und die Option "Positionsvorgaben und nachfolgend Artikel-Stammdaten beachten" wählen, damit die Bestandsvorschau den Ablauf über die korrekten Belegnummern abbildet.
Empfohlene Einstellungen für Produktion & Fertigung
Für die optimale Nutzung mit dem Zusatzmodul "Produktion & Fertigung" und dem Standardprozess (Bestellung an Produktion → Produktionsauftrag) empfehlen wir:
| Parameter | Einstellung |
|---|---|
| Stücklisten unabhängig vom Fertigungskennzeichen immer ausweisen | Nicht gesetzt |
| Bei Stücklisten in Vorgangspositionen immer Artikel-Stammdaten beachten | Gesetzt |
| Bei Artikel in Stücklisten, Fertigungskennzeichen der Stückliste beachten | Gesetzt mit Option "Positionsvorgaben und nachfolgend Artikel-Stammdaten beachten" |
Warum diese Einstellungen?
- Keine doppelte Ausweisung: Fertigungsartikel werden nur einmal als Bedarf ausgewiesen, nicht mehrfach über verschiedene Produktionsebenen
- Konsistente Darstellung: Die Bestandsvorschau zeigt immer dieselben Vorgänge an, egal von wo aus sie aufgerufen wird
- Korrekte Mengenberechnung: Materialien in Unter-Stücklisten werden nur berücksichtigt, wenn der direkte Stücklistenkopf kein Fertigungsartikel ist
Praxisbeispiel
Ausgangssituation:
- Sie haben einen Artikel "Esstisch" (Fertigungsartikel mit Stückliste)
- Die Stückliste enthält: Tischplatte, Tischbein, Schraubenpaket
- "Tischplatte" ist ebenfalls ein Fertigungsartikel mit Stückliste (enthält: Holz)
Vorgänge:
- 1x BK "Esstisch"
- 1x PA "Esstisch" (Stückliste aufgerollt)
- 2x PA "Tischplatte" (Stückliste aufgerollt)
Bestandsvorschau für "Holz" mit empfohlenen Einstellungen:
- 2x PA "Tischplatte" (direkt enthalten, Tischplatte ohne Fertigungskz. im PA)
- PA "Esstisch" wird nicht angezeigt (Holz ist über Tischplatte enthalten, Tischplatte ist in Stammdaten Fertigungsartikel)
- BK "Esstisch" wird nicht angezeigt (Esstisch hat Fertigungskz.)
Ergebnis: "Holz" wird nur für die Vorgänge ausgewiesen, in denen es tatsächlich verbraucht wird – die beiden PAs "Tischplatte". Eine mehrfache Ausweisung über den PA "Esstisch" wird verhindert.
Zusammenfassung
Die korrekte Einstellung der Bestandsvorschau-Parameter ist essentiell für die Arbeit mit mehrstufigen Stücklisten und Produktionsaufträgen. Mit den richtigen Einstellungen vermeiden Sie:
- Doppelte Ausweisung von Artikeln über mehrere Produktionsebenen
- Verfälschte Bedarfsmengen
- Unnötige Bestellvorschläge
- Inkonsistente Darstellung je nach Aufruf-Kontext
Die empfohlenen Einstellungen stellen sicher, dass die Bestandsvorschau realistische Werte liefert und den tatsächlichen Produktionsprozess korrekt abbildet.
Spezielle Felder für Vorgangspositionen (im Kontext der Produktion & Fertigung)
Lohnartikel (Dienstleistung) und Fremdleistungsartikel mit zusätzlichen Feldern für Arbeitsgänge
Folgende Felder stehen für die Artikelarten: "Lohnartikel (Dienstleistung) und "Fremdleistungsartikel" zur Verfügung:
- Ressource
- Rüstzeit mit zugehörigem Feld "Einheit": Die Rüstzeit kann angegeben werden, findet bei der Berechnung des Preises aber noch keine Beachtung.
- Arbeitszeit mit dem zugehörigen Feld "Einheit". Das Feld "Arbeitszeit" fließt in die Kalkulation mit ein.
Beachten Sie:
Diese Spalten sind nur für Artikel der Arten "Lohnartikel (Dienstleistung)" und "Fremdleistungsartikel" editierbar.
Weiter gilt:
- Die Ressource wird mit der Vorgabe aus der Stückliste vorbelegt.
- Die Rüstzeit und die Einheit sind analog zur Stückliste aufgebaut und werden aus der Stückliste vorbelegt.
Beachten Sie:
An dieser Stelle ist es möglich, die Sollzeiten und auch die Soll-Ressource anzupassen. Die tatsächlichen Planwerte sind somit bei Bedarf anzupassen. Die Werte aus der Stammdaten-Stückliste sind die Vorgaben.
Beispiel:
Zum Planungszeitpunkt ist schon ersichtlich, dass eine andere Ressource als die Ressource der Stammdaten verwendet werden muss. Aus diesem Grund lassen sich an dieser Stelle Änderungen vornehmen.



