Frühester Produktionsstart aus dem Bestelleingang
Überblick
Im Planungslauf ermittelt die Software den frühestmöglichen Produktionsstart eines Produktionsauftrags automatisch anhand der aktuellen Bestandssituation und vorhandener Bestelleingänge. Der so berechnete Termin kann bei Bedarf manuell übersteuert werden.
Funktionsweise
Beim Planungslauf prüft die Software für jeden Produktionsauftrag, ob das benötigte Material verfügbar ist – entweder als vorhandener Lagerbestand oder über einen offenen Bestelleingang.
Auf Basis dieser Prüfung wird der früheste Produktionsstart wie folgt ermittelt:
Material ist auf Lager vorhanden Der Produktionsauftrag kann sofort eingeplant werden. Als frühester Produktionsstart wird das aktuelle Datum verwendet.
Material ist (noch) nicht auf Lager, aber ein Bestelleingang liegt vor Der Termin aus dem Bestelleingang wird als frühester Produktionsstart übernommen. Die Produktion kann frühestens ab diesem Datum beginnen.
Kein Lagerbestand und kein Bestelleingang vorhanden Die Software kann keinen Termin ermitteln. Als frühester Produktionsstart wird der 01.01.9999 im Hintergrund eingetragen (nicht sichtbar). Ein Planer sollte den Termin in diesem Fall manuell prüfen und anpassen.
Manueller Termin hat Vorrang
Ist im Produktionsauftrag der früheste Produktionsstart als manuell gekennzeichnet, wird der Termin durch den Planungslauf nicht automatisch berechnet oder überschrieben. Das Häkchen "Manuell" signalisiert der Software, dass der eingetragene Termin bewusst gesetzt wurde und Vorrang hat.
Weicht der manuell eingetragene Termin vom Termin des Bestelleingangs ab, wird dies im Protokoll des Planungslaufs vermerkt.
Ablauf des Planungslaufs
Die Ermittlung des frühesten Produktionsstarts ist ein optionaler Schritt im Bereichsassistenten und sollte vor dem eigentlichen Planungslauf ausgeführt werden. Sind beide Häkchen gesetzt, berechnet die Software zunächst den frühesten Produktionsstart und plant anschließend die Vorgänge und deren Arbeitsgänge ein.
Benötigen mehrere Produktionsaufträge dasselbe Material und reicht der verfügbare Bestand nicht für alle aus, legt die Software anhand folgender Kriterien fest, welcher Auftrag den Bestand erhält und damit einen früheren Starttermin bekommt:
- Frühester ermittelter Produktionsstart
- Liefertermin des Produktionsauftrags
- Auftragsnummer
Beispiel: Zwei Produktionsaufträge benötigen dasselbe Material. Der Lagerbestand reicht nur für einen der beiden Aufträge. Auftrag A hat einen früheren Liefertermin, Auftrag B eine niedrigere Auftragsnummer. Da der Liefertermin vor der Auftragsnummer geprüft wird, erhält Auftrag A den Lagerbestand und kann früher starten. Für Auftrag B wird geprüft, ob ein Bestelleingang vorliegt – andernfalls wird der 01.01.9999 als frühester Produktionsstart eingetragen.
Vorgangsparameter: Lagerbestand mit Auftragsnummer buchen
Im Produktionsauftrag kann über einen Parameter festgelegt werden, wie der Lagerbestand beim Planungslauf berücksichtigt wird. Es stehen drei Optionen zur Verfügung:
Option 1: Lagerbestand nicht für Auftrag reservieren Der vorhandene Lagerbestand wird nicht einem bestimmten Auftrag zugeordnet. Er steht für alle Aufträge gleichzeitig zur Verfügung.
Option 2: Lagerbestand für Auftrag reservieren (ohne Überschneidung) Der Lagerbestand wird dem Produktionsauftrag zugeordnet. Andere Aufträge können diesen Bestand im Planungslauf nicht gleichzeitig einplanen.
Option 3: Lagerbestand für Auftrag reservieren (mit Prüfung auf Doppelbelegung) Wie Option 2, jedoch wird zusätzlich geprüft, ob der Bestand für mehrere Aufträge parallel verplant wurde. Doppelbelegungen werden im Protokoll gemeldet.
Kritische Arbeitsgänge
Kann für einen Produktionsauftrag kein frühester Produktionsstart ermittelt werden (weil weder Lagerbestand noch Bestelleingang vorhanden sind), erscheint der Auftrag in der Liste der kritischen Arbeitsgänge.


